Wie unterscheiden sich Bienen?!

Wusstest du, dass es weltweit etwa 20.000 verschiedene Bienenarten gibt?

Mehr als 2.500 Arten davon leben in Europa und etwa 550 in Deutschland. Und jetzt ratet mal, wie viele dieser Arten davon Honigbienen sind? – Es sind ganze neun Arten! Fast alle Bienenarten weltweit zählen zu den Wildbienen. In diesem Beitrag wollen wir euch fünf der bekanntesten Bienenarten Deutschlands etwas näherbringen.




Die Honigbiene (Apis mellifera):

Zu den bekanntesten Honigbienenarten in Deutschland gehört die westliche Honigbiene. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet ist Europa, Vorderasien und Afrika. Schon seit Jahrtausenden wird die Honigbiene vom Menschen zur Produktion von Honig in Völkern gehalten. Der Körper einer erwachsenen Biene teilt sich in Kopf, Brust und Hinterleib auf. Die Facettenaugen bestehen aus 9.000 bis 19.000 verschiedenen kleinen Einzelaugen, die ein zusammengesetztes Bild entstehen lassen. Am Kopf befinden sich zwei Fühler, auch Antennen genannt, die als Fühl- und Tastorgan dienen. Häufig wird die Honigbiene mit den Farben schwarz-gelb assoziiert, die Honigbiene hat jedoch eine braun-gelbe Farbe. Auf dem Hinterleib sind typisch für viele Bienenarten die farblichen Querstreifen zu erkennen. Bei einer näheren Betrachtung sind auf dem Kopf und dem Oberkörper kleine braune Haare zu erkennen. Die Haare am Körper der Honigbiene sind von großer Wichtigkeit, denn beim Besuch auf den Blüten bleiben die Pollen auf dem Haarkleid hängen. Auch an den Beinen besitzt die Honigbiene einen dichten Besatz an Haaren, auf denen eine große Menge an Pollen haften bleibt, sodass diese zum Stock transportiert werden können. Honigbienen besitzen wie alle Bienenarten einen Stachel. Der Stachel wird auch „Wehrstachel“ genannt und wird von den Bienen zur Verteidigung von Futtervorräten, zum Schutz der Königin sowie gegen feindliche Eindringlinge in den Stock eingesetzt. Die durchschnittliche Köperlänge von Arbeiterinnen (weiblich) und Drohnen (männlich) können zwischen 11-13 Millimeter betragen. Die Königin ist deutlich größer und erreicht eine Länge von 15-18 Millimeter.



Die Hummel erkennt man an ihrem langen Rüssel. (Foto von Boh @rainboh)

Hummel (Bombus):

Auch wenn die Hummel nicht das Wort „Biene“ im Namen trägt, gehört sie dennoch zur Familie der Echten Bienen. Hummeln passen sich sehr gut an ihre Umwelt an. Sie sind vom Tiefland bis in die Berge in ganz Europa und Nordafrika in Wäldern, Wiesenhängen, Feldern und Gärten anzutreffen. Sie nisten, wie schon im Namen zu erkennen ist, in Erdlöchern, die eine Tiefe von bis zu 1,5 Metern erreichen können. Die am häufigsten verbreite Art in Deutschland ist die Dunkle Erdhummel. Sie ist sehr gut an ihrem rundlichen Körper mit ihrem dicken schwarz-gelb-weißen Pelz zu erkennen. Der Kopf ist mit schwarzen Haaren bewachsen. Der Torso bis zum Hinterleib der dunklen Erdhummel ist abwechselnd von schwarzem und gelben Pelz umgeben. Auf dem letzten Segment des Hinterleibs befinden sich weiße Haare. Arbeiterinnen und Drohnen haben eine Körperlänge zwischen 17-20 Millimeter, Königinnen erreichen eine Länge von bis zu 23 Millimetern. Sie verfügt wie alle Bienenarten über Fühler, Facettenaugen sowie über sechs Beine. Über einen Stachel verfügt nur die weibliche Erdhummel. Erdhummeln gehören zu den „Kurzrüsslern“. Dies bedeutet, dass ihr Rüssel etwa halb so lang wie ihr Körper ist.

Die gehörnte Mauerbiene. Ein Foto von Fritz Geller-Grimm, keine Änderungen vorgenommen, https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Osmia_fg01.jpg


Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta):

Eine weit verbreitete Wildbienenart in Deutschland ist die Gehörnte Mauerbiene. Sie begibt sich schon sehr früh im Frühling auf Paarungs-, Nist- und Nahrungssuche. Der Körper ist von schwarzen Haaren bewachsen. Am Hinterleib befindet sich eine rostrote Färbung, welches ein Erkennungsmerkmal der Gehörnten Mauerbiene ist. Männliche und Weibliche Exemplare haben eine Größe von 12-16 Millimetern. Das Männchen verfügt über lange dünne Fühler und eine weiße Behaarung auf dem Kopf, während das Weibchen über eine schwarze verfügt. Zudem hat das Weibchen, zwei kleine Hörner auf dem Kopf (daher auch der wissenschaftliche Artenname). Auch hier dienen die Haare zum Auffang und Transport von Pollen. Zudem bevorzugt die Gehörnte Mauerbiene ihre Nester in vorhandenen Hohlräumen wie z.B. in Mauern oder Holzritzen zu bauen. Weibliche Gehörnte Mauerbienen haben einen kleinen Stachel, dieser ist jedoch viel weicher als der von vielen anderen Bienenarten, sodass er z.B. nicht in die menschliche Haut eindringen kann.


Die Erdbiene. Ein Foto von Rosenzweig, keine Veränderungen, https://commons.m.wikimedia.org/w/index.php?search=Andrena+flavipes&title=Special:MediaSearch&type=image

Die Erdbiene (Andrena flavipes):

Die Erdbiene ist wie die meisten Wildbienen ein Einzelgänger. Ihr Lebensraum erstreckt sich durch ganz Europa. Männliche und weibliche Exemplare erreichen eine Größe von 7-17 Millimeter. Ihr Körper ist fast vollständig von einem schwarz-weißen Pelz bedeckt. Auch sie können durch ihre dicke Behaarung an den Hinterbeinen Pollen sammeln. Zwischen den Augen hat die Erdbiene eine flache Grube, dadurch stehen die Facettenaugen etwas weiter auseinander und unterscheiden sie somit von den anderen Bienenarten. Sie nisten an sonnigen und trockenen Plätzen in Erdlöchern am Boden. Dies sind z.B. Wald-, Brachland-, Gras-, Kies oder Sandflächen. Im Frühling begeben sich die Männchen auf Paarungssuche. Nach der Paarung sterben die Männchen, sodass die Weibchen die wichtige Bestäubungsarbeit übernehmen.



Die gemeine Pelzbiene. Ein Foto von Aiwok, keine Änderungen, https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Anthophora_plumipes_m2.JPG

Gemeine Pelzbiene:

In der Bevölkerung ist die Gemeine Pelzbiene auch als „Frühlings Pelzbiene“ bekannt. Sie ist in ganz Europa vom Flachland bis in die Berge verbreitet. Ihre Körperform ähnelt der Erdhummel, jedoch ist sie mit einer Größe von 13-15 Millimetern etwas kleiner. Farblich sieht die Gemeine Pelzbiene der Honigbiene durch ihr hellbraun-schwarzes Erscheinungsbild ähnlich, sie wirkt jedoch deutlich breiter. Männliche Exemplare haben zudem noch eine gräuliche Färbung in den Haaren. Durch ihre spezielle Schwirrflugart ist sie eine der schnellsten Bienenarten, die es in Europa gibt. Sie bevorzugt als Lebensraum offene Gebiete wie z.B. Gärten, Parkanlagen, Brachflächen oder Lehmgruben. Als Nistplatz sucht sie sich gerne lehmhaltige Steilwände und ähnlich wie die Gehörnte Mauerbiene, Siedlungsbereiche mit unverputzten Fugen von Ziegelsteinmauern oder Steinwänden aus. Die männliche Gemeine Pelzbiene verlässt ihr Winterquartier schon recht früh im März, während das Weibchen erst Anfang April folgt.

Generell ist die Nahrungssuche von Bienen nicht auf bestimmte Blumen spezialisiert. Sie sammeln Nektar und Pollen von vielen verschiedenen Pflanzenfamilien. Nehmt euch am besten mal im eigenen Garten/Balkon oder bei einem Spaziergang die Zeit und beobachtet, ob ihr auf den Blumen unsere sechsbeinigen fleißigen und kleinen Arbeiter seht. Vielleicht könnt ihr die ein oder andere Biene ja sofort wieder erkennen….




Stay tuned,





Bei unserer Recherche haben wir uns auf folgende Quellen verlassen:


NABU Berlin | Artenporträt: Die Gemeine Pelzbiene. (2015). NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V. https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/arten/hautfluegler/bienen/29324.html


Westrich, P. (2021). Steckbrief: Osmia cornuta. Dr. Paul Westrich. https://www.wildbienen.info/steckbriefe/osmia_cornuta.php


Artenporträt Erdhummel - NABU. (2021). NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/hummeln/26471.html


Bienenkunde, L. F. (2014, 24. März). Entwicklung, Körperbau und Körperfunktionen der Honigbiene. Länderinstitut für Bienenkunde. https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/index.php?id=111


mdr.de. (2021, 15. Mai). Fakten über Hummeln - Helden unter den Wildbienen | MDR.DE. https://www.mdr.de/mdr-garten/hummel-fakten-wildbienen-bestaeuber-100.html




Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Heute mal kein Blog, sondern ein kurzes Video über den aktuellen Stand unseres Projektes. Mach’s gut, Marvin